6G wird Menschen durch Wände „sehen“ können. Die Konferenz der...
6G wird Menschen durch Wände „sehen“ können.
Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder (Datenschutzkonferenz, DSK) hat ein Positionspapier veröffentlicht, das sich der Technologie Integrated Sensing and Communication (ISAC) widmet; diese soll zu einer der Grundlagen des 6G-Standards werden. Anders als frühere Mobilfunkgenerationen wird 6G nicht nur Daten übertragen können, sondern das Funksignal auch wie ein Radar nutzen — den Standort von Menschen bestimmen, Bewegungen verfolgen, Gesten analysieren und perspektivisch, ohne zusätzliche Sensoren sogar Atmung und Herzrhythmus erfassen.
Als Reaktion auf diese Risiken entwickeln Forschende des Barkhausen Instituts in Dresden bereits Schutzmechanismen. Dazu gehören ein Schalter für Sensorfunktionen für Smartphones, eine App, die vor dem Einsatz von ISAC an einem bestimmten Ort warnt, sowie Empfehlungen zur Umsetzung des Prinzips Privacy by Design in künftigen Netzen. Seine Lösungen will das Institut internationalen Expertinnen und Experten bei einem Treffen zur 6G-Standardisierung im September 2026 vorstellen.
Während uns die Vorteile der Mobilfunkgeneration von morgen erläutert werden, warnen die deutschen Aufsichtsbehörden vor etwas anderem: Erstmals könnte ein Mobilfunknetz einen Menschen beobachten, selbst wenn dieser nichts überträgt und sich einfach nur in seinem Abdeckungsbereich aufhält. Genau deshalb beginnt der Kampf um Privatsphäre im Zeitalter von 6G noch vor dem Erscheinen der Technologie selbst.
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